Jean-Marc Côté oder Villemard // Foto: bearbeitet / Wikimedia Commons / Lizenz CC0

Flipped Classroom, Unterrichts-Apps, digitale Lernplattformen: Die Digitalisierung ermöglicht ganz neue Formen der Wissensvermittlung und bringt Rollenverschiebungen zwischen Lehrenden und Lernenden mit sich. Wie können Bildungsakteurinnen und -akteure diese Rollenverschiebungen gemeinsam mit ihren Lernenden positiv gestalten? Dieser Frage gingen wir für die werkstatt.bpb.de zusammen mit Lehrenden beim #excitingEDU-Lehrerkongresses 2017 nach. Ein Beitrag von Nadine Winter.

Mit der Digitalisierung des Bildungsbereichs zeichnet sich eine zunehmende Rollenverschiebung zwischen Lehrenden und Lernenden ab: Angesichts der riesigen Mengen an Informationen, die uns durch das Internet täglich zur Verfügung stehen, sind Lehrkräfte nicht mehr alleinige Wissensträger_innen. Sie entwickeln sich eher zu Coaches der Lernenden – bringen ihnen bei, kritisch und souverän mit der Informationsflut umzugehen und begleiten sie beim individuellen Lernen mit digitalen Tools. Wie können Lehrende diesen Wandel im eigenen Unterricht aktiv und positiv mitgestalten? Zu dieser Frage erarbeitete die werkstatt.bpb.de im Workshop „Lehrende der Zukunft“ im Rahmen des #excitingEDU-Lehrerkongresses 2017 in Berlin am 24. November 2017 gemeinsam mit den Teilnehmenden konkrete Ideen.

Der Workshop baute auf den Ergebnissen des SpeedLab: Lehrende der Zukunft vom 19. Oktober 2017 auf. Hier war die werkstatt.bpb.de gemeinsam mit ca. 60 Bildungsakteurinnen und -akteuren der Frage nachgegangen, wie der Lehrerberuf in zehn Jahren bezüglich der Aus- und Fortbildung von Lehrenden, der Lehrinhalte und der Rollenverschiebungen auf verschiedenen Ebenen aussehen wird.

Zur Ideenfindung im Workshop nutzte die Werkstatt die Methode des 25/10 Crowdsourcing, mit deren Hilfe aus dem kollektiven Wissen der Teilnehmenden schnell viele unterschiedliche Ideen hervorgebracht und die besten davon gemeinsam identifiziert werden können.

Die zentrale Fragestellung lautete: „Wie können wir die Rollenverschiebung zwischen Lehrenden und Lernenden im Unterricht positiv gestalten?“

Hier die Top 10 der Ideen:

  1. Unterricht neu denken: Interdisziplinäre Teams aus Lehrenden und Lernenden arbeiten kollaborativ und kooperativ.
  2. Auf Augenhöhe: Schülerinnen und Schüler gestalten gemeinsam mit den Lehrkräften die Lerninhalte und Lernorte.
  3. Keine Angst vor Fehlern: Im Unterricht leben und fördern Lehrende und Lernende gemeinsam eine gesunde Fehlerkultur – Fehler sind wichtig, um daraus zu lernen!
  4. Offene Lernkultur: Schülerinnen und Schüler gestalten in Absprache mit ihrer Lerngruppe ihren Schultag selbst im Sinne von offenen Räumen und Zeiten.
  5. Mehr Freiräume für Lernende: Lehrende geben ihren Schülerinnen und Schülern mehr Raum, eigene Ideen zu erproben und zu kommunizieren, und berücksichtigen so individuelle Zugänge bei der Entwicklung des Unterrichts.
  6. Rollentausch: Schülerinnen und Schüler schlüpfen in die Rolle der Lehrenden und gestalten den Unterricht.
  7. Raumverschiebungen: In flexiblen Lernräumen arbeiten Schülerinnen und Schüler selbständig und können bei Bedarf die Lehrkräfte zur Beratung aufsuchen, die in Gemeinschaftsbüros sitzen.
  8. Öffnung der Leistungsbeurteilung: Grundlage für die Notengebung ist die Selbstreflexion und das Feedback der Lernenden selbst.
  9. Lehrende als Lernende: Lehrende bekommen genügend Raum und Zeit, in Fortbildungen oder im Rahmen von Hospitationen bei Kolleginnen und Kollegen, die an den Schulen fest etabliert sind, voneinander zu lernen.
  10. Noten auch für Lehrende: Bei Klassenarbeiten werden nicht nur die Lernenden benotet, sondern auch die Lehrenden bewertet, beispielsweise ihre Fragestellungen.

Auf in die Zukunft!

Wer mehr zum Thema „Lehrende der Zukunft“ lesen möchte:

Hier geht es zum Themenschwerpunkt „Lehrende der Zukunft“ der werkstatt.bpb.de. Und hier entlang für mehr Infos zum SpeedLab: Lehrende der Zukunft.

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