Konzeption, Redaktion und Produktion innovativer Medienformate sind die Kernkompetenzen der KOOPERATIVE BERLIN. Ein aktuelles Projekt, das alle drei verbindet, ist die Podcast-Reihe ‚Blaupause‘.  Die Serie läuft seit November 2017 auf audible.de und ist mittlerweile fast am Ende der ersten Staffel angelangt. Wir haben mit unserem Redakteur Merlin gesprochen, der sich das Projekt vor etwas über einem Jahr ausgedacht hat.

Merlin, wie ist die Idee zur ‚Blaupause‘ entstanden?
Die ‚Blaupause‘ ist aus einem Brainstorming mit Lydia entstanden. Wir haben damals über neue Audioformate nachgedacht und was es für Themen gibt, auf die wir Bock haben. Irgendwie kam das Thema ‚Utopien‘ raus. Dann sind wir auf den Call for Papers bei Audible aufmerksam geworden und ich habe ein Kurzkonzept dazu geschrieben.

Warum Utopien?
Es heißt ja oft, dass Menschen keine Utopien mehr haben, dass es gar keine utopischen Entwürfe mehr gibt. Wir fanden aber: Das stimmt ja gar nicht. Es gibt ganz viele Utopien, nur sind sie irgendwie kleiner geworden. Es gibt vielleicht nicht mehr die ganz großen, politischen Utopien. Wobei ich auch das vielleicht infrage stellen würde. Wenn man ganz genau hinguckt, sieht man: Utopien gibt es genug. Es braucht nur jemanden, der sie erzählt.

Du machst den Podcast ja nicht alleine, sondern gemeinsam mit Katrin Rönicke. Wie bist du auf sie aufmerksam geworden?
Genau, Katrin moderiert und ich bin sozusagen der Erklärbär für zwischendurch. Ich habe ihren Lila-Podcast über Feminismus gehört und die Wochendämmerung, die sie damals noch für Audible gemacht hat. Ich mochte ihre Art und ihre Stimme auf Anhieb und habe sie einfach mal angeschrieben und gefragt ob sie Lust hätte, hier mitzumachen. Dann haben wir uns ein, zwei Mal getroffen und losgelegt!

Wonach wählt ihr eure Protagonist_innen aus?
Wir nehmen immer den Erstbesten, der uns vor die Flinte läuft. (lacht) Nein, im Ernst: Ich möchte niemanden bloßstellen und auch keine ‚Freaks‘ porträtieren. Es soll auch keine ‚VICE‘-Reportage sein, in der man mit dem Finger auf Leute zeigt und sagt: ‚Guck‘ mal, wie abgefahren!‘
Ich will zeigen, dass es Leute gibt, die sich im Kleinen wie im Großen Gedanken darüber machen, wie die Gesellschaft anders aussehen kann. Das ist manchmal gar nicht so groß gedacht von den Protagonist_innen. Ich finde es spannend, zu schauen wie das, was die Leute für sich machen in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang passt.

Wenn du auf die bisherigen Folgen zurückblickst, was hat dich am meisten erstaunt?
Die Tatsache, dass viele Utopien, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun haben, doch bestimmte Gemeinsamkeiten haben. Dass es viele Schnittmengen gibt und Themen miteinander zusammenhängen, von denen man das vorher gar nicht erwartet hätte. Das gibt einem ein ganz spannendes Bild der Menschheit, des Menschseins im Jahr 2017/18.

Hast du nach 24 (produzierten) Folgen noch Ideen?
Na klar! Es gibt noch genug Ideen da draußen. Aber ich merke langsam, dass sich eben viele Utopien, viele Ideen und Gedanken überschneiden. Beziehungsweise, dass manche Utopien in einer anderen – zumindest teilweise – wieder auftauchen.

Wie zum Beispiel?
Zum Beispiel Vorstellungen von Selbstoptimierung, die in vielen Bereichen in verschiedener Form und Größe auftauchen. Das kann sehr individuell sein, das kann aber auch in Form von Mechanismen sein, die eine Gemeinschaft optimieren sollen.

Wenn du dir einen Gast wünschen dürftest, wen würdest du dir vors Mikro holen?
Das ist eine schwierige Frage… Ich glaube, ich würde mal mit Trump sprechen.

…apropos Utopie?
Ja, ich weiß nicht, ob er eine hat. Aber er hat – wenn wir Pech haben – noch gut 15 Jahre zu leben. Ich würde mal gerne wissen, wie er sich die Zukunft nach seiner Zeit vorstellt – sofern er sich eine Welt ohne Donald überhaupt vorstellen kann.

Zur aktuellen Folge der Blaupause geht es hier.

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