Wir produzieren einen Dokumentarfilm über die Revolutionäre von 89 und ihre Kinder: Ein Geschichtsprojekt, aber eines, in dem es um die Gegenwart geht.

Aufbau Interview Marion Brasch in den Studios des Rundfunks der DDR from kooperative-berlin on Vimeo.

Ob sie eine Revolutionärin sei? Nein, nein, winkt Marion Brasch ab. Sie habe sich bis 1989 ganz gut eingerichtet in ihrem Land, in der DDR. Doch im Herbst 1989 erkennt sie, dass es so nicht weitergehen kann. Sie unterzeichnet als eine der ersten die so genannte Rockresolution, in der Unterhaltungsmusiker der DDR die Staats- und Parteiführung auffordern, die Belange der Bevölkerung und die Forderungen des Neuen Forums endlich ernst zunehmen.

Die Geschichte von Marion Brasch beschreibt ganz gut, was die so genannte Wende 1989 im Leben vieler Ostdeutscher bedeutet. Sie ist Wendepunkt im wahrsten Sinne, ein Riss in der Biographie, ein Moment, in dem viele unerwarteten Mut bewiesen und in dem viel möglich schien. Heute trafen wir Marion Brasch an ihrem alten Wirkungsort, im ehemaligen DDR-Rundfunkhaus in der Nalepastraße zum ersten Dreh. Ein wunderbarer Drehort voller Geschichte.

Marion Brasch in dem ehrwürdigen Sendesaal 3 in der Nalepastraße.

Die Gegenwart der Geschichte

Es geht also um die Zeit der Revolution, aber vor allem geht es um die 25 Jahre danach und um die Weitergabe von Geschichten und Geschichte. Deswegen werden wir neben den Eltern auch die Kinder der damaligen “Revolutionäre” portraitieren. Was denken sie, die heute etwa so alt sind wie ihre Eltern damals, über das Wirken ihrer Väter und Mütter? Wie beeinflusst die DDR-Geschichte auch die Kindergeneration? Würden die Kinder in einer ähnlichen gesellschaftlichen Situation ebenso handeln? Und was ist in der Zeit danach, in den letzten 25 Jahren geschehen? Welche Visionen konnten verwirklicht werden, welche Ideen wurden als gescheitert erklärt? Und wie weit ragt die Geschichte in den Alltag hinein?

“Revolutionäre und ihre Kinder” ist ein von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung gefördertes Geschichtsprojekt, das die Gegenwart in den Blick nimmt. Und dies nicht nur dem Inhalt nach. Wir wollen neben einem linear erzählten Dokumentarfilm auch ein Web-Serial produzieren, in dem der Inhalt multilinear und nach Themen geordnet aufbereitet wird. Damit möchten wir ein modernes und attraktives Webprojekt realisieren.

Mit dem ersten Dreh ist die heiße Phase der Produktion eingeläutet. Im Frühjahr 2014 wird der Film sowie die Internetseite fertig sein.

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