Was wir lesen, sehen, hören – der neue #netbeat ist da. Neues aus dem Netz wöchentlich kuratiert von den Kooperateuren für Euch: Netzpolitik, Kultur, Medien, Zeitgeschichte, digitale Bildung und Politik. Diese Woche mit Jón Gnarr, mit offenen Karten, News von der South by Southwest, geheimnissvollen Orten, Gedanken zur digitalen Öffentlichkeit, einem kleinen Test der App Meerkat… Und noch unglaublich viel mehr unglaublich coolem Zeug!

Medien: Jón Gnarr, Martin Sonneborns heimliches Vorbild?

Von Lydia Meyer
„Ich empfehle diese Woche den Twitter-Account von Jón Gnarr, Reykjavíks ehemaligem Bürgermeister. Es wirkt vielleicht ein bisschen merkwürdig, den Ex-Bürgermeister einer so kleinen, so weit entfernten Stadt wie Reykjavik zu empfehlen, für mich ist Jón Gnarr aber eine der interessantesten politischen Figuren im Netz. Der einstige Komiker inszeniert sich als ziemliche Witzfigur, behauptet von sich selbst dumm zu sein und sagt, er sei Anarchosurrealist und verpackt so politische Themen in einem sehr unterhaltsamen Feed. Vor allem in seiner Amtszeit hat er Twitter ziemlich unterhaltsam und visionär genutzt.“

Hier noch der Wahlwerbespot von Jón Gnarrs „Besti Flokkurinn“ (Beste Partei) aus dem Wahlkampf 2010:

Wer noch mehr über Jón Gnarrs erfahren möchte, findet hier eine Doku über ihn.

Medien: Mit offenen Karten.

Von Jördis Dörner
„Für Akkus, Flachbildschirme und Energiesparlampen sind sie unumgänglich: Die seltenen Erden. Da sie auf dem Weltmarkt zunehmend nachgefragt werden, steigt auch ihre strategische Bedeutung. Das geopolitische Magazin „Mit offenen Karten“ widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe genau diesem Thema. Nebenbei bemerkt ist dieses Magazin eines der spannendsten Formate, die das deutsche Fernsehen je hervorgebracht hat. Seit 23 Jahren läuft es bereits auf arte“.

Innovation: Ist das Zukunft oder ist das Quatsch? Tobias Gillen testet die App Meerkat.

Von Merlin Münch
„Seit einiger Zeit steuern wir regelmäßig Autor_innen und Beiträge für das Blog des Journalistennetzwerks torial.com bei. Einer unserer fleißigen Autoren, Tobias Gillen, hat sich in seinem neuesten Beitrag die gerade ziemlich gehypte Streaming App “Meerkat” mal etwas genauer angesehen. Mit der App kann man ziemlich locker – eine stabile Verbindung zum Netz und ordentlich Datenvolumen vorausgesetzt – seine eigenen Livestreams über Twitter verbreiten. Einige Journalist_innen experimentieren bereits fleißig mit dem Tool, wie z.B. Radiojournalist Daniel Fiene, der damit live von der Tech-und-Zukunftskonferenz South By South West berichtete. Ob die App allerdings tatsächlich das Zeug zum Hit hat und wie Twitter mit der Anwendung umgeht, erklärt Tobias in seinem Beitrag.“

Digital: Ein kleines Blitzlicht von der SXSW.

Von Markus Heidmeier
„Wie jedes Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder das Hochamt der Digitalkultur in Austin, Texas. Die South by Southwest, handelsüblich einfach nur SXSW, löst mal wieder diverse Hypes und Debatte aus.
Herausragend: 1. Twitter-Mitbegründer Biz Stone hat mit seiner neuen App Super.me ein neues Netzwerk gestartet. Es ist sehr visuell und ein weiterer Schritt Richtung textfreie Kommunikation. Spaß macht es trotzdem.
2. Der mittlerweile alljährliche Auftritt von Buzzfeederfinder Jonah Peters. Er erklärte mal ganz nebenbei einen neue Strategie: Buzzfeed will seinen Content einfach überall posten. Ohne Konversionabsicht. Ein Ablenkungsmanöver?“

Zeitgeschichte: Wie offen darf die digitale Öffentlichkeit sein?

Von Miriam Menzel
„Wie offen darf, muss und kann die digitale Öffentlichkeit sein? Diese Frage ist u.a. dank WikiLeaks breit und kontrovers diskutiert worden. Wer mal ganz unverfänglich in Geheimberichten schmökern will ohne gleich die Aufmerksamkeit noch aktiver Geheimdienste auf sich zu ziehen, dem sei die Lektüre der digitalisierten Stasi-Berichte an die SED-Führung empfohlen. Bislang sind die Berichte aus den Jahren 1953, ’61, ’76, ‚77 und ’88 im Volltext und mit wissenschaftlicher Einleitung über diese Datenbank zugänglich. Empfehlung: Lieblingsprodukte wie Kaffee, Gurken etc. in die Suche eingeben und die umfassende Berichterstattung >>Zur Lage der Versorgung der Bevölkerung<< wirken lassen.“

Bildung: Klassenzimmer – Club der toten Dichter?

Von Kerstin Born
„Würde dem Lektüreplan in der Oberstufe nicht ein bisschen mehr Diversität gut tun? Weniger Standardisierung, dafür mehr Gestaltungsspielraum für die Lehrerinnen und Lehrer bei der Lektürewahl für den Deutschunterricht? Mehr zeitgenössische Bücher? Mehr Texte von ausländischen Autoren?
>>Der modernste Autor, der in Berliner Schulen gelesen wird, ist seit fast sechzig Jahren tot,<< so fasst Autorin Sandra Kegel die prekäre Lage in der FAZ zusammen.“

Verlassene KAsernen

Medien: Geheimnisvolle Orte.

Von Oliver Baumann:
„Die Serie >>Geheimnisvolle Orte<< scheint uralt, zumindest mit der Internetuhr gemessen. Trotzdem ist sie immer noch aktuell. Vor kurzem lief in der Reihe die Ausgabe „Die Schorfheide – Das Jagdrevier der Mächtigen“. Was mich so daran fasziniert hat, sind die Wechselspiele zwischen Jagd, Macht und Eliten. Egal ob Monarch, Nazibonze oder SED-Kader. Nur einen Steinwurf von Berlin entfernt und alles schön dekadent.
Die Serie gibt es nicht nur im Internet zum nachgucken, sondern auch im öffentlich-rechtlichen TV (Multichanneling, ick hör dir trapsen!). Die nächsten Termine: u.a. 22. März auf tagesschau24 oder am 21. April im rbb.“

Übrigens: Auch die Kooperative Berlin hat verlassene Orte besucht und multimedial aufbereitet. Unter http://verlassene-kasernen.de/ kann man einen etwas aktuelleren Blick auf alte, verlassene Machtstrukturen in Brandenburg werfen.

Kultur: Wo ist die Revolution?

Von Albrecht Hänig
Byung-Chul Han: Neoliberales Herrschaftssystem – Warum heute keine Revolution möglich ist.
Der Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin fasst in seinem Text gesellschaftliche Entwicklungen zusammen, die nach seinem Dafürhalten eine tiefgreifende Veränderung der heutigen Gesellschaft verhindern. Hinter diesen Ausführungen stehen u.a. Denker wie Ulrich Bröcklig („Das unternehmerische Selbst“) und Gerd-Günther Voß („Entgrenzung von Arbeit und Leben„), die in ihren Arbeiten eben jene aktuelle Problematiken thematisieren. Die entscheidende Frage, die sich dabei stellt, lautet wohl: Mündet der Text in eine fatalistische Resignation oder ist er eine ehrliche Gegenwartsbeschreibung?“

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