Was wir lesen, sehen, hören – Mittwoch ist #netbeat-Tag bei der Kooperative Berlin. Neues aus dem Netz wöchentlich kuratiert von den Kooperateuren für Euch: Netzpolitik, Kultur, Medien, Zeitgeschichte, digitale Bildung und Politik. Diese Woche mit der Podcastreihe Invisibilia, News aus dem Vorzeige-Bildungsland Finnland, einem Erstehandbericht eines Blockupy-Aktivisten, Unnützem Musikwissen und dem etwas psychedelischen Remixgenerator der Band Modest Mouse.

Bildung: Schafft Finnland die Schulfächer ab?

Von Jördis Dörner
Ich will zurück in die Schule! Wie u.a. The Independent berichtet, sollen finnische Schüler_innen ab 2016 nicht mehr die klassischen Fächer Geschichte, Fremdsprachen oder Geografie pauken, sondern nach Themen unterrichtet werden. Erst kürzlich tingelte die Meldung durch die Presse, Finnland plane, die Schreibschrift aus den Lehrplänen zu streichen. Eine Schulreform, nein eine Schulrevolution, aus dem Bildungs-Vorzeige-Land! Ich bin sehr gespannt…

Kultur: Warum ist uns so langweilig?

Von Patrick Stegemann
Die These ist – nunja- nicht gerade neu: Es gibt nichts Neues mehr in der Kultur. Simon Reynolds’ These von der Retromania will ja genau das sagen. Der britische Kulturtheoretiker Mark Fisher (u.a. „Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?“) geht nun noch einen Schritt weiter und sagt: Wir sind nicht an sich nostalgisch, es ist viel fataler – wir haben den Glauben an die Zukunft verloren. Der Neoliberalismus hat auch die kulturellen Spielräume vernichtet, wir leben in einer Unzeit, in der keine kulturelle Innovation mehr denkbar ist.
Nicht überzeugt? Fishers einfaches Gedankenexperiment: Wenn wir irgendein Stück aus dem Jahr 2014 ins Jahr 1994 zurückschicken könnten, wie würden die Leute von damals darauf reagieren? Wären die schockiert? Ich glaube nicht. Im Gegenteil, sie würden fragen: „So klingt die Zukunft in zwanzig Jahren? Haben sich die Dinge wirklich so wenig verändert?“

Medien: Invisibilia – Einer der bestesten Podcasts out there.

Von Merlin Münch
Das National Public Radio ist, zumindest in den USA, dafür bekannt, ziemlich gute, ziemlich erfolgreiche Podcasts zu produzieren. This American Life (siehe #netbeat No. 2), Serial, oder eben neuerdings Invisibilia sind Namen, die Podcastnerdherzen höher schlagen lassen. Invisibilia beschäftigt sich in seiner ersten Staffel mit den ‘unsichtbaren’ Kräften, die im Stillen unser Verhalten bestimmen und taucht dabei Woche für Woche ab in die Tiefen der menschliche Psyche. Ziemlich unangenehm, aber auch ziemlich super interessant. Die beiden Moderatorinnen Alix Spiegel und Lulu Miller vermengen in einer knappen Stunde Wissenschaft, persönliche Geschichten und jede Menge Neugier zu einem Storytelling-Teig mit krassem Suchtpotential. Thema der neuesten und letzten Folge von Staffel 1: >>Our Computers, Ourselves<< – Verändert unser immer engeres Zusammenleben mit Computern unseren Charakter? Enough said.

Zeitgeschichte: Aus dem Tagebuch eines Blockupy-Aktivisten.

Von Albrecht Hänig
Hier schreibt ein Blockupy-Aktivist aus seiner Sicht über die Geschehnisse in Frankfurt am 18. März dieses Jahres und verbindet diese mit theoretischen Reflektionen zu den Begriffen von Macht und Gewalt. Diskurse, Diskurse, Diskurse!

Kultur: Denn sie wissen nicht, was sie hören.

Von Alexandra Wiedner
Eines vorweg: Man kann von der Spiegel Online-Redaktion halten, was man möchte. So. In der Rubrik einestages erscheinen aber oft Glanzlichter, die dann jedoch im Schatten tagesaktueller Meldungen verblassen.
Mit dem Artikel „Songzeilen und ihre Geschichte“ hat Katja Iken genau ins Herz meiner sich nach unnützem Popkultur-Wissen verzehrenden Seele getroffen. Dass Michael Jackson in Billie Jean angeblich eine verflossene Liebhaberin besingt, kann man ja noch wissen. Aber wer hat sich schon mal darüber Gedanken gemacht, warum in Midnight Oils legendärem Gassenhauer eigentlich die Betten brennen? Oder wer hätte gedacht, dass hinter Zeilen wie „Tell me why I don’t like mondays“ nicht einfach nur ein trotziges Teeniemädchen steckt, sondern eine Amokläuferin? Eben. Deshalb: Lesen!

Kultur: A linguistic remix generator.

Von Lydia Meyer
Strangers- A linguistic remix generator ist eine kleine Spielerei für zwischendurch von einer meiner Lieblingsbands: Modest Mouse.
Dort kann man zum Beispiel eine Zeile der neuen Platte eingeben und es wir merkwürdig geremixt. Mit hypnotischer, leicht psychedelischer Wirkung.

Would you like to share your thoughts?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

© KOOPERATIVE BERLIN.  Jobs  Impressum  Datenschutzerklärung