Titelbild_#netbeatDer #netbeat. Wöchentlich kuratiert von den Kooperateuren für Euch: Die spannendsten Links zu Netzpolitik, Kultur, Medien, Zeitgeschichte, digitaler Bildung und Politik.

Netzpolitik: Will the real Slim Shady please stand up!

Von Merlin Münch

Es ist aus. Ich bin raus. Facebook hat mit mir Schluss gemacht. Die Türsteher des weltgrößten sozialen Netzwerks haben beschlossen, dass ich mein Bleiberecht verwirkt habe. Nicht etwa, weil ich mich tierisch daneben benommen, andere beleidigt, oder die zehnte Gruppe gegen die Inklusion von Behinderten gegründet hätte. Ich hatte mich unter einen Pseudonym angemeldet: Merlin Em. Nah genug an meinem Namen für meinen Geschmack. Facebook sieht das anders und zwingt seine Nutzer_innen zunehmend zur Verwendung ihrer Klarnamen. Nadia Drake, Reporterin beim Tech-Magazin Wired hat die gleiche Erfahrung gemacht und einen sehr guten Artikel darüber geschrieben, welche Konsequenzen die absurde Policy für Menschen hat, die aus verschiedenen Gründen auf ein Pseudonym angewiesen sind.

Kultur: Es war einmal die Fusion

Von Morgane Llanque

Freitag Nachmittag. Und Berlin ist verwaist: Die Hälfte von uns ist zur Fusion ausgeflogen. Diesem pseudokommunistischen Synth-Drogen-Mekka, bei dem 70.000 Menschen 4 Tage damit verbringen, sich selber zu feiern. Oder geht es vielleicht doch um etwas mehr? Für alle, die sich noch nie genauer mit dem Festival befasst haben, hat Gerhard Richter für Deutschlandradio Kultur die Geschichte der Fusion erzählt. Wie eine Gruppe Künstler-Chaoten einen ehemaligen Militärflugplatz in einen Kulturkosmos für Musik, Theater und Performance-Kunst verwandelt hat.

©Morgane Llanque

Politik: Europäische Ränkelspielchen

Von Patrick Stegemann

Im politischen Diskurs um Griechenland scheint ein Wort in Deutschland besonders verhasst: Schuldenschnitt. Zu Unrecht! Neben dem französischen Wirtschaftswissenschaftler Piketty fordert seit langem die wirtschaftswissenschaftliche Elite der USA einen anderen Umgang mit Griechenland. Weil die europäische Politik offenbar aber lieber auf quasireligiöse Glaubenssätze aus Berlin hört, wird es so bald keinen Schuldenschnitt geben (dass Griechenland de facto niemals seine Schulden zurückzahlen können wird – geschenkt). Was hilft? Selber machen! Hier kann man spenden, 1,6 Milliarden Euro griechische Schuldscheine können wir gemeinsam kaufen. Das klingt zwar viel, sind aber eigentlich nur 3€ pro europäischer Bürgerin! Der Preis eines Feierabendbieres, investiert in die Befreiung Griechenlands von europäischen Ränkelspielchen!

Bildung: Ein Experimentkasten für alle

Von Miriam Menzel

Experimentierkästen gibts nicht nur in klein und nicht nur für Naturwissenschaftler_innen. In Berlin steht seit 2013 ein ziemlich großer Experimentierkasten für alle, die vernetztes Erzählen, geschichtete Geschichte und innovative Ausstellungsformate ausprobieren und live erleben wollen. Gemeint ist das Humboldt Lab Dahlem, in dem ethnologische Sammlungsstücke z.B. durch Vertreter_innen der Herkunftskulturen neu gesichtet und katalogisiert werden oder plötzlich in PC-Spielen auftauchen. Die besten Ideen wandern in den Schloss-Neubau, ausführliche Dokumentation und aktuelle Projekte hier:

Musik: Summersoundtrack

von Lydia Meyer

Manchmal birgt man auf Soundcloud echte Schätze- mein neuster Fund: SHOPPING, ein Bandtrio aus London, dass aus Bassist Billy Easter, Drummer Andrew Milk und Sängerin und Gittaristin Rachel Aggs besteht und seit 2013 Post Punk Funk vom Feinsten produziert. Ohrwurm-Garantie. Vor allem bei „In Other Words“ und „Long Way Home„.

(Fan-)Kultur: Vinde die Fehler!

Von Oliver Baumann

Wir lieben Fußball, also die meisten der Kooperateur_innen, zumindest gefühlt. Aber die können einen ja täuschen, die Gefühle. Wir respektieren natürlich auch alles, was mit Fußball zu tun hat: die Stadien, die Spieler, die Spielerinnen, den Rasen, wenn es sein muss auch den Kunstrasen. OK, die Funktionäre nicht, aber die Fans. Auch wenn diese manchmal im Trubel der Euphorie leichte Schwierigkeiten mit dem Schreiben haben. 11Freunde, Poesieblatt und ständige Pflichtlektüre hat ein paar der schönsten verschriftlichten Plakate, Wünsche und Liebesbeweise von Fans gesammelt und das nicht zum ersten Mal. Schön. Und Fans sind eben auch nicht zum Schreiben, sondern Schreien da.

©Nicolai Landzettel, Flickr

Kultur: Theater²

Von Morgane Llanque

Diese Saison können sich die Berliner Bühnen kaum retten vor den schaulustigen und schauwütigen Theaterfanatikern – alle neuen Produktionen sind wochenlang ausverkauft, Studentenkarten ein rares Luxusgut, starbesetzte Premieren unbezahlbar. Statt sich also jeden Abend um Restplätze für Bella Figura zu prügeln, sollte man sich stattdessen vielleicht einmal die wunderbaren Stücke der Jugendszene ansehen: Auf dem Festival Klubszene zeigen vom 1. bis zum 4. Juli die zwölf Jugendklubs der Berliner Theater im Podewil, was sie in dieser Spielzeit auf die Beine gestellt haben.

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