#netbeat 26/15: Just beat it!

Die Welt wächst zusammen – vor allem digital: Von der Online-Universität für Flüchtlinge, über Food-Blogger, die sich sozial engagieren, bis hin zum hackenden Nachwuchs und den neuesten Journalisten-Tools – alles online, alles mobil! Doch auch die Schattenseiten lauern im Hintergrund: Über die Netzpolitik der letzten 15 Jahre und ihr umstrittenes Vorhaben der Vorratsdatenspeicherung.

Unser #netbeat. Wöchentlich kuratiert von den Kooperateuren für Euch: Das Beste aus Netzpolitik, Kultur, Medien, digitaler Bildung, Politik und Zeitgeschichte.

Medien: Online vs. Mobile-Media

von Markus Heidmeier

Mobil ist alles! Der Netzkonsum wird sich weiter rapide verändern. Zielgruppen werden noch weiter auseinanderreissen. Die Schnittmengen zwischen mobilen Nutzer_innen, Desktopnutzer_innen und Socialmedia-Nutzer_innen wird für Medienhäuser zunehmend zu einer Herausforderung. Und dann kommt auch noch Apple mit seinem Mobile-Ad-Blocker. Oder sollten wir besser sagen: einer neuen Generation mobiler Browser, die das Potential hat, Mobile-Media noch mal kräftig zu erschüttern.

Quelle: flickr von Blake Patterson(CC BY 2.0)

Datenjournalismus: Anonymous Hamburg speichert ab

von Oliver Baumann

Vorratsdatenspeicherung. Vorrat und Daten und Speicherung. Ein lustiges Kompositum, ein trauriges Ergebnis. Aber weil man unerfreulichen Sachen am besten einen Spiegel vorhält, um das eigene Unerfreuliche besser zu sehen, hat sich Anonymous Hamburg mal an die Arbeit gemacht und eine Zeitleiste der Vorratsdatenspeicherung erstellt. Also wann das Thema politisch begann und wie es sich entwickelte, bis heute. Den ersten Entwurf legte die rechtskonservative dänische Regierung bereits im Jahr 2002 vor, diese innovativen Vordenker. Abgelehnt! Doch die Saat war gesät und die Frucht wurde dann zum ersten Mal Ende 2005 gepflückt, als das Europaparlament einen Entwurf absegnete. Ja und dann, dann geht es munter los mit Entwürfen, Anträgen und Abstimmungen, mit Ablehnungen und Aufhebungen.

Quelle: Anonymous Hamburg

Digitale Medien: E-Learning von überall für jedermann

von Benita Dill

„Ausbildung verleiht Flügel“, nach diesem Motto arbeitet die neu gegründete non-profit und non-governmental„Wings University“. Angesichts der weltweit extrem hohen Flüchtlingszahlen, wollen die Gründer vor allem Flüchtlingen – egal wo sie sich gerade befinden und wie ihr aktueller Aufenthaltsstatus ist – einen Online-Zugang zu nützlicher und anerkannter (zertifizierter) Hochschulbildung ermöglichen. In Zusammenarbeit mit international renommierten Universitäten sollen die kostenlosen Online-Kurse schon bald alle Disziplinen abdecken. Mehr dazu hier. Online-Spachkurse (sog. MOOCs = Massive Open Online Courses) also für Migrant_innen? Laut eines Berichts des ZDF sind rund ein Drittel der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, im schulpflichtigen Alter. Währenddessen gibt es etwa 3000 arbeitssuchende Deutschlehrer_innen im kommenden Schuljahr. Wäre hier nicht also ein neues (Online-)Medium ein vielversprechender Ansatz?

Quelle: http://wings.university/en/

Event: „Jugend hackt 2015“

von Markus Uehleke

Vom 16. – 18. Oktober findet in Berlin wieder „Jugend hackt – Mit Code die Welt verbessern“ als Abschlussveranstaltung der diesjährigen Code Week statt. Die Bewerbungsmöglichkeit wurde jetzt gestartet, als Teilnehmender muss man zwischen 12-18 Jahre alt sein. Wer sich unsicher ist, ob er/sie mit seinen/ihren Kenntnissen teilnehmen sollte, der kann hier eine kleine Checkliste dazu bearbeiten bzw. hier einige Vorübungen und Tutorials absolvieren. Die Anmeldung ist bis zum 21.09.2015, um 23:59 Uhr geöffnet. Es werden zudem noch Mentor_innen ab 19 Jahren gesucht, die die Veranstaltung begleiten möchten.
Quelle: jugendhackt.de

Online-Medien: VorBild im Ausprobieren?

von Merlin Münch

Ausgewogene Recherchen, sachliche Berichterstattung, Feingefühl: Dinge, die die Bild-Zeitung nicht unbedingt auszeichnen. Daran wird sich wohl auch vorerst nichts ändern. Eines aber muss man Deutschlands – nach wie vor – auflagenstärkster Zeitung lassen: Wenn es um die Integration neuer Tools und Apps in den redaktionellen Arbeitsalltag geht, ist sie tatsächlich am Puls der Zeit. Während andere noch im zehnten Artikel Potential, Vor- und Nachteile von Periscope, Snapchat & Co. analysieren, werden die Tools im Hause Springer oft einfach gleich mal eingesetzt. So hat z. B. Bild-Chefreporter Paul Ronzheimer syrische Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Deutschland begleitet und von unterwegs immer wieder live über die Streaming-App Periscope berichtet. Das Ganze hat er dann zusammengeschnitten und seine “Periscoportage” zum Nachsehen auf Bild.de online gestellt. Ob man die Reportage nun gelungen findet oder nicht, sei einmal dahin gestellt, jedenfalls zeigt sie eindrücklich, wie man mit minimalem Aufwand ein sehr persönliches Format mit maximaler Reichweite produzieren kann. Es wäre allerdings schön, wenn ich dafür demnächst nicht mehr Bild lesen müsste.

Quelle: flickr von Jim Makos (CC BY-ND 2.0)

Netzwelt: #BloggerfuerFluechtlinge

von Rebekka Böhm

Die Welt verändert sich, die Kultur ist nichts Statisches. Und weil es oftmals einfach menschlich ist, „Flüchtling vor der Realität“ zu sein, ist es umso wichtiger – auch als nicht vordergründig politisch aktiver Mensch – öffentliche Positionierungen zu den aktuellen Migrationsbewegungen zu beziehen. Dies tun bereits die vier bekannten Blogger_innen Paul Huizing, Nico Lumma, Karla Paul und Stevan Paul. Gemeinsam haben sie den Hashtag #BloggerfuerFluechtlinge ins virtuelle Leben gerufen und rufen mit diesem für eine Spendenaktion auf, welche bereits über 80.000€ sammeln konnte. Dabei wird transparent vorgegangen: Welchen Projekten die Spenden zugute kommen, ist unter dem Spendenformular aufgelistet.

Quelle: www.blogger-fuer-fluechtlinge.de

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