#netbeat 28/15: Am Puls der Zeit

Wohin geht die Reise der Printmedien, wenn nicht ans Online-Kiosk? Gibt es Qualitätsstandards für Anmeldeformulare? Was zählt für Europa eigentlich noch außer der Ökonomie? Warum das iPhone sogar kostet, wenn man gar keines besitzt? Dazu Literatur und die Redundanz der neuen OECD-Studie zur digitalen Bildung …

Alles drin bei uns im #netbeat. Wöchentlich kuratiert von den Kooperateuren für Euch: Das Beste aus Netzpolitik, Kultur, Medien, digitaler Bildung, Politik und Zeitgeschichte.

Medien: Das Neueste vom Neusten?

von Miriam Menzel

„Think, then Click!“
„Lehrende sind wichtiger als Ausstattung!“
„Es kommt nicht auf die Quantität sondern auf die Qualität der Mediennutzung an!“ –
Was einige große deutsche Medienhäuser nach der Veröffentlichung dieser OECD-Studie momentan als heiße News verkaufen, ist unter Akteur_innen der digitalen Bildung seit langem bekannt und aus vielen (deutlich spannenderen) Perspektiven beleuchtet worden. Einsteiger_innen empfehlen wir einen Besuch unseres Projekts werkstatt.bpb.de – Digitale Bildung in der Praxis und zum Beispiel diesen Beitrag über „Digitale Schule – heute und morgen“.

Bildnachweis: KOOPERATIVE Berlin (CC BY-SA 3.0)

Digitale Bildung: Online-Kiosk als Umsatzverstärker?

von Markus Heidmeier

Das Geldverdienen im Netz ist für Newshäuser weiterhin die ungelöste Aufgabe (und wird es auch bleiben, weshalb den Öffentlich-rechtlichen in Zukunft noch mehr Verantwortung zukommt). Trotzdem gibt es ungezählte Versuche, Inhalte attraktiv und kostenpflichtig an die Frau und den Mann zu bringen. Da gibt es einmal den gerade gestarteten Online-Kiosk „Blende“, der Artikel endlich einfach und günstig verfügbar macht. Und es gibt die große Hoffnung in die „Instant Articles“ von Facebook und Co. Hier mischen jetzt übrigens auch Twitter und Google mit. Sie arbeiten eng zusammen. Ein Ausblick auf eine Fusion oder Übernahme von Twitter durch Google?

Bildnachweis: flickr von Stylianos Mystakidis. Adaption from Original (CC BY 2.0)

Medien: User Onboarding – oder wie man Anmeldeprozesse perfektioniert

von Laura Casadevall

Samuel Hulick ist Design-Experte für so genanntes User-Onboarding. Er untersucht in unregelmäßigen Abständen die Anmeldungsformulare von bekannten Konzernen auf Usability, Nutzerfreundlichkeit und generelle Verständlichkeit. Was dabei herauskommt ist eine Sammlung spannender Präsentationen. Sehr lesenswert ist beispielsweise seine Auswertung zu Apples neuem Music Streaming Dienst „Apple Music“.

4517822872_e4c73b145b_oBildnachweis: flickr von Duncan Hull (CC BY 2.0)

Kultur: Reboot The System

von Markus Uehleke

Kultur vs. Ökonomie. Was ist Europa noch wert? Betreiben wir unter der Herrschaft der Finanzmärkte ohnehin nur noch „Biopolitk“ (Foucault), also bloße Politik zur Regulierung, Kontrolle und Steuerung der Bevölkerung? Welche Bedeutung hat die Griechenlandkrise aus philosophischer Sicht? Ein äußerst aufschlussreiches Interview mit Giorgio Agamben auf ZEIT Online ist hier nachzulesen.

Bildnachweis: flickr von IK’s World Trip (CC BY 2.0: modified size)

Medien: Das iPhone – sogar teuer, wenn du keines hast

von Merlin Münch

Das iPhone: Es kostet uns nicht nur Zeit, sondern auch einiges an Steuern, wie Philip Faigle, Julian Stahnke und Paul Blickle von ZEIT Online berechnet und in einer schicken Scroll-Grafik visualisiert haben. Das iPhone macht mittlerweile etwas mehr als die Hälfte von Apples Gesamtumsatz aus. Das entsprach 2014 einem Gewinn von knapp 34 Mrd. € – für den europäischen Markt allein. Darauf müsste das Unternehmen eigentlich ca. 9 Mrd € Steuern zahlen. Tatsächlich fließt aber nur eine „mickrige“ Milliarde in die Kassen der Finanzämter. Apple scheffelt seine Kohle nämlich seit Jahren nach Irland, das für seine unternehmerfreundliche Steuerpolitik bekannt ist. In ihrer Infografik zeigen die Jungs außerdem, was man mit den ausgeblieben Steuereinnahmen so alles hätte anstellen können.

Bildnachweis: flickr von Yutaka Tsutano (CC BY 2.0)

Event: Internationales Literaturfestival Berlin

von Jessica Steglich

Noch bis zum 19. September findet in Berlin momentan das 15. Internationale Literaturfestival statt. Das Programm bietet eine reichhaltige Auswahl an literarischen und künstlerischen Werken aus aller Welt. Vertreten sind z. B. Autor_innen aus Argentinien, Japan, Kolumbien, Iran, Syrien und den USA. Neben Buchbesprechungen sind auch interessante Persönlichkeiten als Gäste vor Ort, darunter die japanische Bestseller-Autorin Banana Yoshimoto, der chinesische Künstler und Menschenrechtsaktivist Ai Weiwei und die deutsche Literaturjournalistin Iris Radisch. Eine Übersicht über das Programm findet man hier.
Besonders spannend ist auch das Projekt „Visions 2030“ ,das im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 unter dem Motto „Zukunftsstadt“ abläuft. 12 Autor_innen aus unterschiedlichen Ländern präsentieren auf dem Festival ihre Zukunftsvisionen davon, wie sich „die Stadt“ bis zum Jahr Jahr 2030 entwickeln wird. In der Reihe „Stadtgespräche“ wird über die Zukunft von Metropolen rund um den Globus diskutiert, im Programm stehen z. B. New York, Peking, Buenos Aires und Bukarest.

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