„Hey, Brian hast du dich schon bei unseren MOOC zur Deutschen Einheit angemeldet? ….Moh…. Was?“

So ähnlich gestaltete sich meine erste Berührung mit Online Kursen (Massive Open Online Course) während meines Redaktionspraktikums bei der KOOPERATIVE BERLIN. Über die Möglichkeit Online Kurse zu besuchen hatte ich bis zu diesen Zeitpunkt lediglich gelesen. Ich muss gestehen, dass mir sofort Assoziationen zu World of Warcraft in den Sinn kamen. Wegen der Abkürzung und wegen der Worte Massive und Online. Ich habe das Spiel nie gespielt und werde es wahrscheinlich auch niemals spielen. Ich schaffe es einfach nicht die Motivation aufzubringen mich stundenlang durch eine virtuelle Welt zu klicken, virtuelle Gegner zu besiegen, um dann lediglich virtuelle Trophäen als Zeichen meines Erfolges zu erhalten.

Keine guten Vorraussetzungen also für einen Kurs, welcher damit wirbt seine Lerninhalte ausschließlich online zu vermitteln und Badges zu verteilen als Anerkennung für erbrachte Leistungen.

MOOC „25 Jahre Deutsche Einheit“ (#MOOC25): Trailer from kooperative-berlin on Vimeo.

Jeder findet einen persönlichen Zugang zum Thema

Das Thema interessiert mich jedoch. Vor allem aus persönlicher Sicht, da ich in der Nähe zum ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße geboren bin und dort in einer Zeit des Umbruch auch aufwachsen durfte. Ich saß oft am S-Bahnhof Bornholmer Straße auf dem Weg zur Schule und stellte mir vor, wie es dort an jenem Abend im November gewesen sei, während ich in meinem Kinderbett um die Ecke selig schlummerte. Meine Vorraussetzungen den Online Kurs motiviert und engagiert zu bestreiten stehen also Fifty-Fifty würde ich sagen. Die Anmeldung geht schnell und man kann sogleich loslegen.

#MOOC25– Worum geht’s?

Es gibt fünf Dozent_innen, die per Video durch den Kurs führen und auch weitergehend begleiten. Der Zeithistoriker Prof.Dr. Martin Sabrow(HU Berlin/ZZF Potsdam), die Gesundheitsforscherin Prof.Dr. Yve Stöbel-Richter(Hochschule Zittau/Görlitz), der Gedächtnisforscher Dr. David Clarke(University of Bath), die Geschichtsdidaktikerin Prof. Dr. Saskia Handro(WWU Münster) und die Literaturwissenschaftlerin Prof. Ines Geipel(HfS Berlin) . Weiterhin gibt es Hintergrundmaterialien, ein Diskussionsforum sowie Webtalks.
Die Videos sind informativ und haben eine, für einen mit dem Internet liierten Mittzwanziger mit sehr kurzer Aufmerksamkeitsspanne, schonende Länge.

Hoffentlich bleibe ich am Ball

Erstaunlich war für mich das Engagement der Teilnehmer_innen. Erwartete ich doch eine virtuelle Wüste mit über den Monitor wehenden Strohballen. Das Online äquivalent einer Uni Vorlesung ohne Anwesenheitspflicht also. Dem war aber nicht so. Die Teilnehmer_innen diskutieren und beschreiben sogar teils sehr persönlich ihre eigenen Erfahrungen zur Deutschen Einheit. Ich für meine Fall bleibe ein passiver Teilnehmer, schaue mir die Videos an und verfolge die Diskussionen im Forum. Zurzeit ist etwa ein Drittel des Kurses absolviert. Martin Sabrow führte bisher den Begriff der „Gedächtnissgesellschaft“ ein und zeigte: Warum wir überhaupt immer zurückschauen. Yve Stöbel-Richter ging der Frage nach „Sind wir glücklich?“ und behandelte die psychosozialen Folgen der Deutschen Einheit. Ganz nebenbei erklärt Sie den Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Methodenforschung. Spannend wird es für mich zu sehen, ob die Teilnehmer_innen ihre Begeisterung aufrecht erhalten können und weiterhin aktiv am Kurs teilnehmen. Ich für meinen Fall kann jedenfalls ein positives Zwischenfazit meines ersten MOOC ziehen und habe mir bereits einen weiteren Kurs rausgesucht den ich belegen möchte. Dieses mal zum Thema Physik.

von Brian Wolff

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