#netbeat 19/16: Fingernägelkauen wird in Hongkong populär und die Deutschen wollen lieber deutsche Kartoffeln bleiben

#netbeat 19/16: Das Fingernägelkauen wird jetzt auch in Hongkong populär. Zum Glück wollen da die Deutschen lieber deutsche Kartoffeln bleiben. Die Bahn setzt in Zukunft auf autonome Autos, aber bevor diese über unsere Straßen fahren, schaut Arte noch hinter die Fassaden unserer globalisierten Städte. Im Abgeordnetenhaus wird derweil Kunst von und mit Kindern gezeigt, die erst in Berlin angekommen sind.

Im #netbeat findet ihr wie immer die besten Links aus Netzpolitik, Kultur, Medien, digitaler Bildung, Politik und Zeitgeschichte. Diese Woche zusammengestellt von  Tim Holland

 

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Screenshot: kubinaut.de

Ausstellung: Kunst von geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Seit 2008 fördert der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung Bildungs- und Kulturprojekte von und mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Eine Ausstellung zeigt jetzt die Ergebnisse. In den Werken geht es aber nicht nur um die Erfahrung der Flucht, sondern auch um die neue Umgebung und die Zukunft, die darin möglich ist.

Als Teil des Festivals Interventionen – Refugees in Arts & Education 2016 wird die Ausstellung im Berliner Abgeordnetenhaus bis zum 6.Juni zu sehen sein.

 

Weltbürger? Nee, nicht mit uns!

Die BBC hat beim Umfrageinstitut Globalscan eine Studie in Auftrag gegeben. Aus der geht hervor: rund 50% der Befragten weltweit können der Idee des Weltbürgers etwas abgewinnen. Die Welt ist wirtschaftlich vernetzt, nun vernetzen sich auch die Bürger – ein Grund zur Freude! Vor allem die Einwohner der Schwellenländer sehen sich als Kosmopoliten, allen voran China, Indien und Nigeria. Die Identifikationswerte für die europäischen Staaten fallen da schon geringer aus. Besonders in Russland fühlt man sich nicht dazugehörig. Fast genau so wenig in Deutschland. Nee nee, weltoffen sind wir, aber Weltbürger noch lange nicht. Und das bei aller Exportweltmeisterschaft der Deutschen. Die Frage nach der Akzeptanz für die Flucht aus Syrien ist auch aufschlussreich. Die Deutschen sind bemerkenswert unentschieden.

 

Hot & Spicy – da brennts unter den Nägeln!

In Hongkong hat Kentucky Fried Chicken nun essbaren Nagellack entwickeln lassen, Geschmacksrichtungen: „Hot & Spicy“ und „Original Recipe“. Die Werbeidee spielt auf die obligatorische Geste eines KFC-Mahls an – das Fingerlecken. Im Video wird dafür sehr viel Fingerakrobatik zu fluffigen Beats gebracht. Kein Hähnchenteil mehr weit und breit. Ob sich das Produkt durchsetzen wird, bleibt fraglich, aber der Gag ist gelungen und darauf kommt es an. Denn die Otto-Normal-Produzenten-Werbung können wir mittlerweile ausblenden. Also setzen Werber immer mehr auf Marketing, das durch die Hintertür kommt . t3n hat mal eine Bildergalerie dazu gemacht.

Urban Explorers

London, Paris, New York, Berlin, Stockholm. Bekannte Städte. In der achtteiligen Web-Serie Urban Explorers von Mathias Bones werden sie neu entdeckt. Urbex heißt die private Stadterforschung und Erkundung von vergessenen Orten . Ob durch Parkour, künstlerischer Veränderung des städtischen Raums oder Anleitung zur Überwindung von Überwachung – in den aufwendig produzierten 7-minütigen Videos stellt Arte den Blick auf unsere globalisierten Städte scharf. Natürlich kratzen die Filmchen nur an der Oberfläche der Entwicklungen, machen aber Lust genauer hinzuschauen. Die ganze Serie findet ihr in der Arte-Mediathek.

 

Google Driverless Car  CC BY 2.0

Driverless Car
CC BY 2.0

 

Autonomes Fahren ist ein  „großes Projekt bei der Bahn“ laut Bahn-Chef Rüdiger Grube. „Flotten von fahrerlosen Autos“ sollen in Zukunft die Kunden individuell befördern, denn „Reisezeit (ist) auch Qualitätszeit“. „Züge könnten dann in ein bis zwei Jahrzehnten aus der Betriebszentrale gesteuert werden.“ Damit tritt die Bahn auch den Kampf gegen Unternehmen wie Uber an. Die starten mit UberX jetzt noch einmal neu in Berlin und versuchen sich nach den juristischen Pleiten der letzten Jahre mit der ehemaligen EU-Wettbewerbskommissarin Nellie Kroes „günstigere politische Rahmenbedingungen“ zu schaffen. Wir sind gespannt.

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