#netbeat 20/16: Wir fahren mit unserem Fahrrad aus dem Gedächtnis

#netbeat 20/16: Kulturkampf in der SciFi-Community, Verschwörungstheorien um manipulative Massenmedien im Comic, surrealistisch fotografierte Geflüchtete und ein aufgeteiltes Europa. Wir fahren mit unserem Fahrrad aus dem Gedächtnis.

Im #netbeat findet ihr wie immer die besten Links aus Netzpolitik, Kultur, Medien, digitaler Bildung, Politik und Zeitgeschichte. Diese Woche zusammengestellt von  Tim Holland

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Screenshot: http://arabdocphotography.org

Live, Love, Refugee.

Wir kennen alle die Bilder von Geflüchteten. Kaum vergeht ein Tag, dass wir sie nicht in den Medien sehen. Und genau so schnell werden diese Bilder von uns erkannt und ausgeblendet. Der Fotograf Omar Imam versucht nun mit seinem künsterlischen Zugriff die geflüchteten Menschen auf eine andere Art und Weise sichtbar zu machen. In der Tradition symbolistischer und surrealer Kunst inszeniert er Fotografien von Geflüchteten im Libanon, die unter den schlimmsten Bedinungen leben. Laut ihm ist sein Projekt „a visual evocation of the pain and desire of Syrians who struggle to survive in their new land.“

 

The Influencing Machine: Brooke Gladstone on the Media from WW Norton on Vimeo.

Ein Comic als Aufklärungsbuch gegen Verschwörungstheorien

The Influencing Machine ist bereits 2011 in den Staaten erschienen. Jetzt hat endlich jemand entdeckt, dass auch in Deutschland ein „Graphic Non-Fiction“ über Massenmedien gelesen werden könnte. Schließlich ist ja überall „Lügenpresse“. Und um nichts anderes geht es in Beeinflussungsapparat: wie funktionieren Massenmedien, wie (können sie) manipulieren und was hat das eigentlich mit unserer Gesellschaft zu tun. Ein Comic als Aufklärungsbuch gegen Verschwörungstheorien. David Schraven, Gründer von Correctiv, hat den New-York-Times-Bestseller übersetzt und mit einem Nachwort versehen, das auf die „Besonderheiten der deutschen Medienlandschaft“ eingeht.

 

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Screenshot: booooooo.com

 

 

Fahrradfahren aus dem Gedächtnis

Booooooom heißt die Seite (ja, sieben „O“s), die uns Fahrräder präsentiert, die nach den Versuch von Leuten, ein Fahrrad aus dem Gedächtnis zu zeichnen, von Gianluca Gimini gerendert wurden.Wie das so ist, wenn man aus dem Gedächtnis etwas beschreibt oder zeichnet, fehlen immer wieder wichtige Teile. Wenn aber beim Fahrrad ein wesentlicher Bestandteil fehlt, könnte das weitreichende Folgen bis hin zum „Booooooom“ haben… Dass, wenn man die Rekonstruktionsversuche des Gedächtnisses ernst nimmt, auch überraschende, künsterlisch anspruchvolle neue Designs entstehen, ist auf dieser zu sehen.

 

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Quelle: Wikipedia Lizenz: CC SA-BY 3.0

Was passiert wenn SciFi feministisch wird?

Der Vielleser Stefan Mesch, dem man am besten auf Facebook folgt, hat sich für Deutschlandradio Kultur mal wieder ein besonderes Thema herausgesucht: Kulturkampf in der SciFi-Community. Warum? Weil es Autor_innen wie Ann Leckie gibt, die mit ihren Romanen die altbekannten Genregrenzen sprengt. In Maschinen wird aus der Warte eines Betriebssystems erzählt, das nach Havarie seines Sternenschiffs sich in einen neuen Körper einpflanzt. Das Besondere: Alle im Roman auftretenden Personen werden im generischen Femininum angesprochen. Weiterhin werden Kolonialismus und Identität, Religion, Kulturimperialismus und moderner Sklavenhandel diskutiert. Nun aber greifen die gestandenen SciFi-Fans ein. Im Rahmen eines Publikumspreisese wird gestritten, ob die Schmöker nicht zu akademisch, zu literarisch und zu feministisch geschrieben sind. Der ganze Artikel hier.

 

Screenshot: Atlas of Prejudice

Screenshot: Atlas of Prejudice

Man kann Europa teilen

Grexit oder Brexit? Oder ein lateinisches Reich, wie es vor ein paar Jahren Giorgio Agamben wieder ins Gespräch brachte? Europa das sind viele, Europa das ist unterschiedlich. Und immer wieder gibt es Medienberichte, die laut das Ende der Idee Europa ausrufen. Also ja, man kann Europa teilen. Aber wenn dann richtig. Der Atlas der Vorurteile bietet Hilfestellung.

 

 

 

 

 

 

 

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