#netbeat 23/16: Die Sache kippt. FindFace macht die Grenzen smarter

#netbeat 23/16: Die Sache kippt. FindFace macht die Grenzen smarter

Der Komponist Johannes Kreidler meint, das GIF oben wäre ein Symbolbild für Philosophie. Tja. Die Tagesschau macht jetzt auch in „Kurzvideos mit Wiederholungsschleife“, die Schweizer haben „neini“ zum Grundeinkommen gesagt und Zuckerberg wurde gehackt. Das ist aber alles nicht so schlimm. Die Sache kippt erst, wenn Findface die europäischen Außengrenzen smarter macht.

Gesichtserkennung ist das Ding der Zukunft. In Russland greift die App FindFace um sich. Die App ermöglicht anhand eines Fotos, die jeweiligen Gesichter überall im Netz zu finden. Privatsphäre und das Persönlichkeitsrecht in einer digitalisierten Welt stehen neuerlich auf dem Prüfstand. Dieses Mal im verschärften Maße.

Also wie soll Gesichtserkennung ordentlich verwendet werden? Anwendungsbeispiele: Beim Ausgang des Vergnügungsparks könnte man auf alle Bilder Zugriff haben, die während des Aufenthalts von einem geknipst wurden. Ob in der Achterbahn oder von einer Freundin, die bereits das Bild beim Eisstand auf einer Social Media Plattform veröffentlicht hat. Sehr praktisch. Aber wehe, die Technologie gerät in falsche Hände. Findface ist auch praktisch für Stalker. Einmal das potentielle Opfer geknipst, kann man Zugriff auf die Social Media Profile bekommen und anhand der digitalen Fotospur dem/den anderen (ver-)folgen. Der Fotograf Egor Tsevtkov hat das einmal durchgespielt und unter „Your Face is Big Data“ ins Netz gestellt.

Auch praktisch: Wenn die europäischen Außengrenzen „intelligenter“ werden sollen. Sogenannte „smart boarders“ könnten bald an der Stelle von Schlagbäumen stehen, FaceRecognition könnte dann den Fingerabdruck ersetzen. Noch klingt das vage, aber Alexander Kabakov, der Mitgründer von FindFace, sagte kürzlich gegenüber dem wiredMagazin: „Wir haben auch mit Firmen verhandelt, die im europäischen Grenzschutz involviert sind.“ Bewegungsprofile könnten durch die Anwendung voraussagbar werden. Veränderungen der bekannten Bewegungen wären damit interpretierbar und je nach dem könnte die Exekutivkräfte frühzeitig eingreifen. Minority Report lässt grüßen! Tim Holland 

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Copyright: Guillaume Paumier, CC-BY

Hack den Zuck

Es ist immer wieder schmerzhaft zu erleben wie verletzbar unsere digitales Abbild in den Sozialen Netzwerken ist. Jetzt musste das auch der Social-Media-Entrepreneur Mark Zuckerberg erfahren. Aber nicht sein Facebookaccount wurde geknackt, sondern die Zugänge von Instagram, LinkedIn, Pinterest und Twitter wurden von fremder Hand übernommen. Wie konnte das passieren? Antwort: Zuckerberg geht genau so schludrig mit seinen Passwörtern um wie der Otto-Normal-User. Aller Vorraussicht nach wurden 2012 die Zugangsdaten beim LinkedIn-Hack gemobst und der Facebookgründer hat seither nicht mehr seine Passwörter geändert. Dieses Mal geht Zuckerberg als schlechtes Beispiel voran.  Tim Holland

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Copyright: Flickr:Generation Grundeinkommen (Flurin Bertschingher)

#weworkforyou – Roboter für bedingungsloses Grundeinkommen!
Früher lautete die Gleichung: Auf der einen Seite Industrialisierung, auf der anderen Seite die Sozialsysteme. Und jetzt? – Bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort auf die Digitalisierung? Mit dieser Fragestellung hat sich am Sonntag die Bevölkerung in der Schweiz auseinandergesetzt. In einer Volksabstimmung hatten die Schweizer_innen die Gelegenheit einen Meilenstein, eine Revolution der Gesellschafts- und Arbeitswelt in Gang zu setzen. 78 Prozent der Schweizer_innen haben dieser Gelegenheit eine Absage erteilt. Die Nachbarn haben abgestimmt, in Deutschland wird noch diskutiert.  Die Debatte und Argumente für und wider das Grundeinkommen sind auf Seite der Bundeszentrale für politische Bildung nachzulesen und nachzusehen. Empfehlung!


Zurück zur Schweiz: Die Message der Roboter ist klar: „Wer in Zeiten der Digitalisierung noch am Ideal der Industrialisierung festhält, nämlich der Vollbeschäftigung, ist von gestern.“ Hiermit zielen sie klar ab auf Aussagen von Parteien und Gewerkschaften, die am 01. Mai traditionell für bessere Arbeitsbedingungen und Erwerbsarbeitsplätze für alle demonstrieren. Die Prognosen der mechanischen Demonstranten sieht anders aus: „Wir werden nur noch das zu tun haben, was wir den Robotern nicht überlassen wollen und können: all das, was nicht berechnet, nicht automatisiert werden kann.“
Note to self: Als Output der aktuellen Debatte nehme ich auf jeden Fall mit, dass ich mir dringend ein Roboter-Kostüm basteln muss. Maximilian Weis

Die Tagesschau wird cool und macht jetzt in „Kurzvideos mit Wiederholungsschleife“, mit denen sich „Emotionen ausdrücken lassen“ und in den sozialen Netzwerken genutzt werden sollen. LIKE!

 

 

 

 

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