Unser #netbeat. Wöchentlich kuratiert von den Kooperateur_innen für Euch: Netzpolitik, Kultur, Medien, digitale Bildung, Politik und Zeitgeschichte. 
Heute gehts um das mysteriöse AufKlo-Projekt, Internet Halal im Iran die politische Macht von Social Bots und Geheimnisse. In dieser Woche zusammengestellt von Fabian Mirau. Viel Spaß.

#AufKlo

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Lang hats gedauert, groß war der Aufwand. Jetzt ist es endlich soweit. Wir sind Teil des neuen Jugendformats von ARD und ZDF mit dem Namen „Funk“. Regelmäßig produzier(t)en und veröffentlichen wir die Sendung unter dem Titel „Auf Klo“.

Und worum gehts?

Zwei Frauen. Eine Klokabine. Und endlich mal Zeit, über die wichtigen Dinge des Lebens zu sprechen: Über Mode und Menstruation. Über das erste Mal und über Schokokuchen. Über dicke Körper und Schmalspurrapper. Wir begeben uns ins Dazwischen, lieben und leben den Bruch. Denn wir sprechen mit Mädchen. Und Mädchen-Sachen sind nicht immer pink. Manchmal aber eben doch.

Internet Halal – Digitaler Wandel auf iranisch

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Das neue „nationale Internet“ des Iran, ein auf das Land beschränktes Datennetzwerk, das momentan schrittweise eingeführt wird, stößt – natürlich – auf großen Unmut. Konnte die Bevölkerung vorher noch Dienste wie Facebook, Instagram oder Youtube unerlaubterweise wenigstens über VPN-Zugänge nutzen, ist damit zu rechnen, dass auch das künftig ausgeschlossen ist und nur noch Dienste nutzbar sein werden, die Teil des Netzwerks sind. Für Datenschützer ist das natürlich reine Zensur. Es schränke die Informations- und Meinungsfreiheit ein, Anonymität und Privatsphäre seien nicht gewährleistet. Die Regierung sieht aber natürlich eine Menge Vorteile dieses neuen Internets: Langfristig sichere es Arbeitsplätze im Land, es könne ein schnellerer und günstigerer Breitbandausbau garantiert werden und man sei vor allem sicher vor Hackerangriffen von außen. Denn, dass muss man als Kritiker fairerweise eingestehen, der Iran war eines der ersten Ziele groß angelegter Hackernagriffe.

Nicht ganz unbegründet von staatlicher Seite ist dieses „Internet Halal“ also, das – nimmt man den Begriff halal beim Wort – nach islamischen Maßstäben zulässig ist. Und ein weiterer Grund für die Skepsis gegenüber Instagram, Facebook und Co. dürfte auch die Angst der Regierung vor westlichen Lebensweisen und Selbstinszenierungen in sozialen Medien sein.

Die Frage, ob so ein isoliertes Internet nun gut oder schlecht ist, dürfte sich aus Sicht der modernen iranischen Bevölkerung erst gar nicht stellen, schließt es doch nahezu alle Vorzüge einer vernetzten, globalisierten Gesellschaft aus. Und während im Iran eigentlich niemand offiziell twittern darf, nutzt der iranische Präsident Hassan Rouhani alle Vorzüge digitaler Kommunikation und zwitschert fleißig vor sich hin.

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Die große Macht der Social Bots

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Social Bots, social media-Profile mit künstlicher Intelligenz, können politische Debatten beeinflussen. Dass behauptet zumindest eine neue Studie der Konrad Adenauer Stiftung. Je nach Software lassen sich beispielsweise bis zu 10.000 Twitter-Profile steuern, um als bloße Follower zu agieren, Beiträge zu liken oder zu verfassen und sogar mit echten Nutzern zu interagieren. Gefährlich können solche Bots vor allem dann werden, wenn sie in politischen Debatten mitmischen und so die öffentliche Meinung zu bestimmten Themen beeinflussen. So lässt die Studie verlauten, dass der geschätzte Anteil künstlicher Follower der beiden Präsidentschaftskandidaten Trump und Clinton bei 30% liegt. Wer viele Follower hat, verleiht seiner Aussage in sozialen Medien automatisch eine viel größere Relevanz. „„Likes und shares“ sind die Kenngrößen bei der Manipulation von Trends“, so die Studie.

Social Bots sollen außerdem die Brexit-Kampagne in gewissem Maße beeinflusst haben und mischen auch im Ukrainekonflikt ordentlich mit. Dort veröffentlichen sie zielgruppengerecht beispielsweise sportliche und sexistische Beiträge, vermischt mit ultrarechten Inhalten. Und das ganze nur tagsüber und in bestimmten zeitlichen Abständen, um möglichst real zu wirken.

Psssssst!

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In einer gerade eröffneten Ausstellung der Nemetschek Stiftung in München dreht sich alles um das Geheimnis als gesellschaftliches Phänomen. Ob in Beruf, Forschung, Journalismus, Kirche, Politik oder Familie. Geheimnisse gibt es quasi überall. Die interaktive Ausstellung legt viele Orte der Geheimhaltung offen, hinterfragt das Zusammenspiel von Transparenz und Schutz, von Freiheit und Verantwortung.

Wir haben dabei fleißig mitgearbeitet und können die fertige Ausstellung wärmstens empfehlen!

 

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