Eine beleuchtete Raute auf dunklen Grund

Für viele Menschen sind soziale Medien eine der wichtigsten Informationsquelle und fester Bestandteil des Alltags. Für einige sogar Teil des Jobs und Berufslebens. Insbesondere 2020 hielt vieles, was vorher nur analog stattfand, Einzug in die digitale Welt. Daran sollten alle teilhaben. Doch inklusiv und barrierefrei in Social Media: Was heißt das genau? Wir klären auf!
Ein Beitrag von: Nina Maul

Barrierefrei bedeutet, dass jede Person alles im Lebensraum, der barrierefrei gestaltet wurde, betreten, befahren und selbständig, unabhängig und ohne fremde Hilfe sicher benutzen kann.

Auch das Internet muss einen Raum sein, der problemlos genutzt werden kann. Social Media gehört dazu, schließlich werden Soziale Medien vermehrt genutzt, um Inhalte zu verbreiten, Probleme zu benennen und sichtbar zu machen und Unterstützer:innen zu finden. Auch im Bildungsbereich wird Aufklärungsarbeit über Soziale Medien betrieben. Doch selbst hier, wo so oft über Inklusion gesprochen wird, müssen wir inklusiver sein, denn Social Media bietet für alle Vorteile, nicht nur für Menschen mit Beeinträchtigung, wie zum Beispiel:

• weltweite Interaktion und Vernetzung mit vielen Menschen
• leichtes in Kontaktbleiben mit Bekannten, Freund*innen und Familie
• eine gute Möglichkeit, um sich in Interessengruppen zu organisieren
• Interessengruppen von Minderheitsthemen lassen sich leicht finden und beitreten

Kurz und knackig – hier eine kurze Übersicht, wie du Social Media inklusiver gestalten kannst:

Bilder

Gerade bei Bildern wird Barrierefreiheit häufig vergessen oder vernachlässigt. Auch hier solltest du auf einige Kleinigkeiten achten, die für viele Menschen am Ende einen großen Unterschied machen:

• Beschreibe so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig! Beschreibe nur das wichtigste
• Beschreibe Details dann, wenn du in deinem Text auf diese eingehst oder wenn zum Beispiel ein witziger Kommentar zu dem Bild nur verstanden werden kann, wenn man dieses Detail kennt
• Markiere Deinen Tweet / Post mit !B. So wissen auch sehende Nutzer:innen: Dein Post hat eine Bildbeschreibung
• Bei Instagram und Facebook heißt die Funktion „Alternativtext“, bei Twitter „Bildbeschreibung“

Untertitel

Das gleiche gilt für Videos, denn Untertitel schaffen Barrieren ab.
So ermöglichst du hörgeschädigten und gehörlosen Menschen Zugang zu audiovisuellen Medien:

• Untertitel deine Videos! Open Captions sind fest ins Video eingebrannt. Closed Captions können von den Nutzenden ein- und aus geschalten werden. Facebook kann beides. Instagram und Twitter können nur Open Captions
• Von Untertiteln haben nicht nur gehörslose Menschen etwas, sondern auch Personen, die den Ton ausgeschaltet haben, z.B. beim Bahnfahren
• Schreib im besten Fall 1:1 Untertitel. Wenn du zu viel Text hast, versuche die Inhalte sinnvoll zu reduzieren
• Jeder Untertitel sollte aus maximal zwei Zeilen bestehen und etwa sieben Sekunden zu sehen sein
• Hier kannst du die Untertitelrichtlinien der Öffentlich-Rechtlichen einsehen

Sprache

Das Wichtigste ist die Sprache! Hierauf solltest du besonderes Augenmerk legen, denn es gibt einiges zu beachten:

• Schreibe deine Texte möglichst einfach und leicht
• Schreibe kurze Sätze. Ein kurzer Satz hat 8 – 10 Wörter
• Erkläre schwierige Wörter. Viele seltene Wörter sind schwierig. Und viele lange Wörter sind schwierig. Versuche ein anderes Wort zu finden
• Du kannst lange Wörter auch mit einem Mediopunkt (ALT + Ü) trennen: Medio•punkt. Oder Du kannst lange Wörter mit einem Bindestrich trennen: Binde-strich
• Mehr Infos zu Leichter Sprache findest du hier

Hashtags

• Beginne jedes Wort in einem Hashtag mit einem Großbuchstaben
• Schreibe jeden Buchstaben in einer Abkürzung groß: #MirFälltNixEinBGV

Barrierefrei Gendern

Besonders spannend und Thema zahlreicher Diskussionen: Gendern. Warum wir gendern, ist eh klar. Aber WIE wir gendern, ist oft nicht ganz klar.

• Das Sternchen* ist vor allem in der queeren Community beliebt, weil es auch für das Aufbrechen eines binären Geschlechtssystems steht. Im Gesprochenen wird es einfach als kleine Pause im Wort ausgesprochen: Schüler•innen – wie bei Spiegel•ei
• Screenreader (die z.B. auch den Alternativtext von Bildern vorlesen) können Wörter, die mit * gegendert wurden, nicht richtig vorlesen
•Das Gendern mit Doppelpunkt (Schüler:innen) löst dieses Problem. Es wird von Screenreadern einfach als glottaler Plosiv ausgesprochen

Schrift & Farbe

Nicht zu vergessen sind Schrift und Farben. „Visuell ansprechend“ hat in diesem Fall eine weitreichendere Bedeutung:

• Checke, ob deine Schriftarten für Menschen mit Seheinschränkung lesbar sind. Das kannst du z.B. hier
• Halte einen deutlichen Kontrast zwischen Text und Untergrund ein. Bei schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund (oder umgekehrt) ist der Kontrast optimal
• Text möglichst nicht über Bilder oder Farbverläufe setzen. Farben sparsam einsetzen und klar voneinander abgrenzen
• Rot-Grün-Kombinationen und Komplementärkontraste vermeiden. Beim Simulator für Sehschwächen kannst du es prüfen

Quellen und Tools auf einen Blick:

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