Überstunden verboten? Wie soll das denn funktionieren? Ok. Let’s talk about Überstunden. Klar können wir hier auch über abgefahren Modelle wie die Vier- oder Dreitagewoche sprechen, über maximale Selbststeuerung und über unbegrenzten Urlaub. Aber vielleicht ist es erstmal hilfreich über die Wirklichkeit zu sprechen. Ein Blick in unseren (neuen) Arbeitsalltag.

In vielen Teams, Sendern, Organisationen und auch bei uns waren Überstunden immer Teil der Wirklichkeit. Das haben wir geändert. Überstunden sind seit dem 1. Januar 2022 bei uns verboten.

Bis Ende 2021 kamen Überstunden bei uns immer und überall vor. Das führte regelmäßig zu Stress bei den Kolleg:innen, zu Erschöpfungen, zu größeren Rückstellungen für die Company. Uncool. Dabei haben wir von Anfang an versucht fair zu sein: jede Überstunden wurde erfasst, abge(g)litten oder ausgezahlt. Das steht in jedem unserer Arbeitsverträge. Ab der ersten Überstunde. Für alle. Auch sollten Überstunden immer vermieden werden. Funktioniert hat das aber nie.

Denn Überstunden sind kein Teamproblem sondern ein Leitungs- und ein Planungsproblem. Seit 2022 gibt es bei uns nun keine Überstunden mehr, weil wir sie verboten haben. Außer, sie werden vorher schriftlich angekündigt, erklärt und genehmigt.

Und das funktioniert? Ja, es funktioniert. Und zwar sehr gut. Klar kommt es zu geplanten oder ungeplanten Lastspitzen – gerade im Journalismus. Kar kommt es binnen von ein, zwei Wochen zu Überstunden, manchmal auch binnen eines Monats. Aber im laufenden, spätestens im Folgemonat, müssen diese Überstunden abgebaut werden.

Dieser neue Umgang wurde ohne Widerstände akzeptiert. Das Feedback im Team ist sogar positiv. Es schafft Klarheit und Sicherheit. Wichtige Dimensionen, um überhaupt kreativ arbeiten zu können. Gleichzeitig können wir in der Planung feststellen, was passt und was nicht und können ohne „versteckte“ Kompensation durchs Team die Planungen nachbessern.

Autor: Markus Heidmeier

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