#netbeat 31/15: Der symbolische Brückenbau, die neuen Jugendzeitungen und der Mensch vs. Smartphone

Kommunikation ist alles – ob auf Konferenzen, in den neuesten Medien, mit dem Smartphone oder ganz einfach mit sich selbst. Auch symbolisch lässt sich über ganze Kontinente hinweg kommunizieren. Was genau damit gemeint ist, zeigt unsere Netzlese im neuen #netbeat.

Die besten Links der Woche. Wöchentlich kuratiert von den Kooperateuren für Euch: Das Beste aus Netzpolitik, Kultur, Medien, digitaler Bildung, Politik und Zeitgeschichte.

Medien: Ist das Infotainment oder kann das weg?

von Patrick Stegemann

Sie lesen, hören, schauen anders: Die Generation der 15-25-Jährigen entzieht sich traditioneller medialer Verbreitungswege. Auf der Suche nach „dem“ heißen Draht zu „den jungen Leuten“ verirrt sich so manches Medium gerne: Sowohl ze.tt von DIE ZEIT als auch das jüngst gestartete Portal Bento von Spiegel Online sind irgendwie vor allem eins: peinlich. Dabei wollen sie ja: voll hipp sein. Genau das ist das Problem, wie dieser überaus witzige und gut geschriebene Kommentar eines 18-Jährigen zeigt: „Diese Medien sind nicht für junge Leute, sondern für dumme Leute.“ Word!

Kultur: Die Langeweile als letztes Privileg des freien Geistes

von Lydia Meyer

Das Nichts gähnt uns an: Es gibt zahllose Ratgeber darüber, wie man die Langeweile bekämpfen kann; nur ob das wirklich nottut, bezweifelt die Autorin des Artikels zu Recht. Das Problem mit der Zeit ohne Beschäftigungsinhalt (sprich ohne Smartphone) ist ja, dass wir die Langeweile als etwas Problematisches empfinden sollen, anstatt zu lernen, diese lange Weile nutzbar zu machen. Zum Beispiel ganz einfach für das Denken, um dadurch etwas über sich zu erfahren, anstatt sich immerzu kurzweilig zu zerstreuen und sich der Prokrastination hinzugeben …

Quelle: flickr von Alison (CC BY 2.0)

Medien: WhatsApp in der Redaktion?

von Arjan Dhupia

Eigentlich möchten die Betreiber des Chatprogramms Whatsapp nicht, dass dieses als eine Art Nachrichtenticker verwendet wird. Dementsprechend werden die technischen Möglichkeiten des Programms auch nicht erweitert. Mancherlei Redaktion unternimmt es allerdings trotzdem, das Programm auch wirtschaftlich zu nutzen. Was das bringt und welche Grenzen das ganze Unterfangen hat, zeigt ein fortlaufend aktualisierter Blog zur Verwendung von WhatsApp in Redaktionen.

Politik: Das Mittelmeer überbrücken

von Laura Casadevall

Das Zentrum für politische Schönheit hat die erste fest verankerte Rettungsplattform im Mittelmeer installiert. Insgesamt sollen es 1000 dieser Art werden, ausgestattet mit Lebensmittelreserven, Positionslichtern, Kamera und Solarmodulen zur Stromerzeugung. Doch noch mehr ist geplant: Eine 230 Kilometer lange Steinbrücke soll vom tunesischen Küstenort Al Huwariyah nach Agrigento auf Sizilien gebaut werden, um die beiden Kontinente Afrika und Europa nicht nur symbolisch zu verbinden. Alle Infos zu den Aktionen gibt es hier: http://www.rettung-europas.de/

Digitale Bildung: Kinder an die digitale Macht

von Oliver Baumann

Hackathons, Hackerspaces, Tech-Konferenzen und nun auch die Maker Faire. Das Festival des Selbermachens, des digitalen Mitmachens, Byteschraubens und Codens, in den USA schon seit 10 Jahren etabliert, kam nun zum ersten Mal nach Berlin. Jugendliche basteln, löten Sounds, konzipieren schnelles 3D-Drucken für den Unterricht, bringen den Raspberry in die Schule und machen Livecoding. Yeah. Eine Art Buddelkasten, wie Wired schreibt, aufregend und streckenweise und angeblich etwas kindlich. Schnell werden die Teilnehmenden in die Ecke der Nerds und Tüftler_innen gestellt. Und wenn schon, sie machen, sie können was und Wirtschaftsminister Gabriel ist auch schon Schirmherr, auch wenn sein Grusswort nur wenig gebastelt und kreativ klingt.

Medien: Immer zu erreichen, aber niemals ansprechbar

von Markus Uehleke

Abendessen. Das Smartphone liegt auf dem Tisch. Es ist ausgeschaltet und entfaltet trotzdem seine Wirkung. Es verändert die Intensität des Gesprächs, das ist nachgewiesen. Doch es kommt noch dicker: Gerade bei Jugendlichen führt der anhaltende Gebrauch des Smartphones zu einer Herabsetzung der Empathiefähigkeit. Sie werden gar zu „Emotionskrüppeln“. Dies ist zwar nicht irreversibel, mag aber sehr wohl begünstigen, warum in unserer Gesellschaft gehäuft gefühlskalte, psychopathische Persönlichkeiten in die oberen Ränge des Managements aufsteigen.

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