„Spuren eines stillen Rückgangs – 20 Jahre Auflösung der Westgruppe der Truppen (WGT)“ – anlässlich des 20. Jahrestages des Abzugs der ehemaligen Sowjetarmee aus Ostdeutschland bietet die Kooperative Berlin mit Unterstützung durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburgs (MBJS) mehrteilige kostenlose Schüler_innen-Medienworkshops für Schulen in Brandenburg an. Sie können sich jetzt bis zum 4. Juli mit Ihrer Klasse (Jahrgang 8 – 13) auf einen dieser Workshops bewerben!

Flickr : cmdrcord
Rund um Berlin konzentrierten sich bereits im 19. Jahrhundert großflächige Truppenübungsplätze. Noch bis 1989 wurden rund Acht Prozent der gesamten brandenburgischen Landesfläche militärisch genutzt – mehr als in jedem anderen deutschen Bundesland. Nach dem Fall der Mauer begann die größte Truppenverlegung zu Friedenszeiten in der Geschichte des Militärwesens. Einige der ehemaligen Militär- und Gebäudekomplexe werden heute zivil genutzt, einige Anlagen haben speziellen Denkmalwert – vielfach liegen die Flächen jedoch heute noch brach. In diesem Sommer 2014 jährt sich nun der Abzug der ehemals sowjetischen Streitkräfte (ab 1988 „Westgruppe der Truppen“ / WGT) von Standorten wie Potsdam, Neuruppin, Wünsdorf oder Eberswalde zum 20. Mal. 

In den angebotenen Medien- und Geschichtsworkshops wird die Geschichte der ehemaligen Standorte vermittelt sowie die Wahrnehmung und Rolle der sowjetischen Truppen durch die Bevölkerung vor und nach dem Abzug erfahren. Die Schüler_innen diskutieren über die Möglichkeiten des Erinnerns, aktuelle politische Entscheidungen und die Alternativen der Nachnutzung. Welche Bedeutung hatte die Präsenz der sowjetischen Truppen (später WGT) für die Bevölkerung der DDR? Wie empfand sie den Moment des Abzugs und die anschließende Zeit? Welche Ideen gab es für die Umnutzung, inwiefern wurden Entscheidungen seitens der Politik unter Einbeziehung der Anwohner_innen getroffen? Und wie könnten die Flächen heute genutzt werden? Die entwickelten Projektideen und Medienformate werden von den Schüler_innen selbst detailliert geplant, vorbereitet und umgesetzt. Die Kooperative Berlin hilft bei der Entwicklung und Umsetzung mit Know-How und Technik.

Die Workshops richten sich an Schülerinnen und Schüler der weiterführenden brandenburgischen Schulen und sind mehrteilig aufgebaut (Einstiegs-, Vertiefungsphase und Präsentation) und starten im September 2014 (Laufzeit bis Dezember 2014). Die jeweiligen Phasen können an einzelnen Schultagen (mind. 3-4 Schultage Gesamtzeit) oder auch innerhalb einer Projektwoche erfolgen. Zum Abschluss der Workshops entstehen mediale Produkte (z.B. Video-Interviews, Fotodokumentation, Geocaching-Tour). Als Abschluss der verschiedenen Workshops ist Ende 2014 eine gemeinsame Präsentation mit den verschiedenen Ergebnissen (z.B. im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg) geplant.

Die Ziele des Workshops:
– Förderung des Verständnisses für die militärhistorische und jüngste deutsche / lokale brandenburgische Geschichte
– Sichtbarmachung von Geschichte und Politik als dynamischer Prozess
– Förderung der Medienkompetenz (z.B. Zeitzeugen-Interviews, Online-Redaktion)
– Förderung der Kreativität
– Einblicke in städtebauliche bzw. lokal- und landespolitische Aspekte

Die Inhalte und der konkrete Aufbau der Workshops werden vorab gemeinsam mit den betreuenden Lehrerinnen und Lehren besprochen und geplant. Wir freuen uns, wenn Sie sich für das Workshop-Angebot interessieren und sich bis zum 4. Juli 2014 bei der Kooperative Berlin für einen der drei Workshops bewerben.

Weitere Informationen und Kontakt:

Oliver Baumann, Kaja Wesner
Kooperative Berlin
Schönhauser Allee 161 A
10435 Berlin
Tel: 030-2325746-0
eMail: wgt@kooperative-berlin.de

Foto: Flickr / cmdrcord / CC BY-NC-SA 2.0

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